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Tag 10: Ein verschlafener Start und ein entspannter Tag

  • Autorenbild: Cedrik, Mats und Paul
    Cedrik, Mats und Paul
  • 21. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Der achte Tag unserer großen Radtour begann auf ungeplante, fast komische Weise: mit Stille. Kein hektisches Treiben, kein frühes Klappern von Taschen – nur das gleichmäßige Atmen verschlafener Radfahrer:innen. Wir hatten alle verschlafen. Wirklich alle – sogar Herr Bock, der sonst mit deutlichem Abstand als Erster wach ist, hatte es noch einmal ins Bett beziehungsweise auf die Isomatte verschlagen.


Kurz nach neun erwachte schließlich Leben im Pfadfinderhaus von Emmen. Verschlafen krochen wir aus den Betten, improvisierten ein schnelles Frühstück und packten hastig unsere Sachen, während der Besitzer der Unterkunft aufmerksam seinen Rundgang machte. Dann konnte es endlich losgehen – ein wenig chaotisch, aber in guter Stimmung.


Heute fuhren wir nicht als große Karawane, sondern aufgeteilt in zwei kleinere Teams. Die Straßen lagen ruhig vor uns, der Verkehr hielt sich in Grenzen, und die niederländische Landschaft zeigte sich ein letztes Mal von ihrer schönsten Seite. Flache Felder erstreckten sich bis zum Horizont, durchzogen von Kanälen. Windräder drehten gemächlich ihre Flügel im Morgenlicht, und der Duft von feuchtem Gras begleitete uns bis an die Grenze.


Die erste Etappe hatte ein klares Ziel: Nach gut 20 Kilometern steuerten wir einen Supermarkt an, um uns ein letztes Mal mit niederländischen Spezialitäten einzudecken, bevor uns in Deutschland wieder die bekannten Discounter erwarteten. Alle waren sich einig: Ab zum Jumbo! Für die Gruppe, die zuerst aufgebrochen war, gab es dort eine Überraschung: Sie wurde von der anderen Gruppe eingeholt. Ein kleiner Umweg hatte ihren Vorsprung zunichtegemacht. Gemeinsam deckten wir uns mit Brötchen, Snacks, Apfelschorle und Chocomel ein, bevor es weiterging.


Die zweite Etappe führte uns schließlich Richtung Deutschland. Der Wind blies etwas kräftiger, aber nie unangenehm – fast so, als wolle er uns Rückenwind geben. Die Landschaft wirkte nun vertrauter: weniger Kanäle, dafür mehr Alleen und kleine Dörfer mit roten Ziegeldächern. Über allem lag der Geruch von frisch gemähtem Gras. Ohne Zwischenfälle erreichten wir unsere Unterkunft: einen Jugendcampingplatz in Dörpen, der uns positiv überraschte. Statt wackeliger Duschen erwarteten uns solide Sanitäranlagen – nach einem langen Radtag fast schon Luxus. Und auch die Sonne begrüßte uns zurück „daheim“ im Ländle.


Nach dem Duschen fühlte sich der Tag plötzlich leichter an. Manche nutzten die Freizeit zum Kartenspielen, andere legten die Füße hoch oder plauderten. Am Abend brach eine kleine Gruppe zum Edeka auf, um Brot, Aufschnitt und Leckereien fürs Abendessen zu besorgen. Auch Clemens musste noch einmal los, denn während die meisten das schlechte Netz gelassen hinnahmen, bedeutete es für unseren Blog Stillstand – und das durfte nicht sein. Zwar war das Kunden-WLAN im Supermarkt kaum besser, und das Hochladen von Text und Bildern dauerte fast eine Stunde, doch auch diese kleine Herausforderung wurde gemeistert.


Zum Abendessen saßen wir dicht an dicht, denn die frühherbstliche Kälte machte sich bemerkbar. In Kleingruppen hatten wir uns selbst versorgt – von Nudeln mit Tomatensauce über Kartoffelsalat mit Würstchen bis hin zu einer recht ungewöhnlichen Kombination aus Baked Beans und Kartoffelknödeln war alles dabei.


Ganz unbeschwert blieb der Tag jedoch nicht. Cedrik hatte weiterhin Probleme mit seinem Fahrrad. Kein Laden konnte oder wollte helfen, und so unternahm er eine lange Bahnfahrt in den nächsten Ort – leider ohne Erfolg. Am Ende blieb nur die bittere Entscheidung: Er musste die Tour abbrechen und mit der Bahn bis nach Hamburg zurückfahren. Schweren Herzens gab er sein Fahrrad auf. Für die Gruppe war es ein stiller und trauriger Moment mitten in einer ansonsten schönen Etappe.


Einen Vorteil hatte die Abgeschiedenheit vom Netz jedoch: In der Nacht bot sich uns ein besonderer Anblick – ein klarer Sternenhimmel, wie man ihn in der Stadt nur selten zu sehen bekommt.



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