Tag 11: Langer Weg, kurze Reise
- Cedrik, Mats und Paul

- 22. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die Nacht war kalt – richtig kalt, gerade einmal 8 Grad. So kalt, dass nicht alle draußen schlafen wollten. Einige verzogen sich deshalb in etwas wärmere Ecken wie die Küche oder die Vorratskammer, während andere im Zelt ausharrten. Die ganz Mutigen schliefen sogar draußen unter freiem Himmel, eingepackt in mehrere Schichten, und genossen die frische Nachtluft. Früh aufstehen war angesagt, denn es lag wieder eine längere Etappe vor uns: 64 Kilometer bis nach Bad Zwischenahn, wo uns bereits am Vortag Obhut zugesichert worden war. Also packten wir früh unsere Sachen, frühstückten und standen pünktlich um 9 Uhr startklar.
Noch bevor wir richtig losfuhren, erreichte uns allerdings eine traurige Nachricht: Cedrik musste die Reise abbrechen. Sein Fahrrad war endgültig am Ende; alle Reparaturversuche hätten nur noch ein kurzes Hinauszögern bedeutet. Schweren Herzens nahmen wir Abschied – und damit auch von einem Stück des allgegenwärtigen Chaos. Dafür kehrte mehr Ruhe in die kommenden Nächte ein, denn die Säge wurde stillgelegt.
Dann ging es aufs Rad. Wir teilten uns in zwei Gruppen: Vorneweg fuhren Herr Bock und Clemens, die sich heute zusammenreißen mussten, um nicht wieder im Rekordtempo davonzupreschen. Stattdessen führten sie die Gruppe in angenehmem Tempo mit 19–20 km/h an. Zwei kurze Pausen und ein Stopp beim Bäcker – wo Herr Bock eine Runde Kaffee und Kakao spendierte – sorgten für blendende Stimmung. Schon um 14:30 Uhr erreichte die erste Gruppe das Ziel, überrascht, wie leicht sich 63 Kilometer anfühlen können. Eigentlich hatten wir mit einer Ankunft zwischen 16 und 17 Uhr gerechnet.
Die zweite Gruppe nahm es wie gewohnt entspannter. Nach neun Stunden Fahrt, vielen kleinen Pausen und gestreichelten Eseln traf auch sie wohlbehalten ein – ebenfalls ohne Zwischenfälle.
Eine ganz eigene Route schlug heute Frau Angebrandt ein – im wahrsten Sinne des Wortes. Statt in die richtige Richtung zu radeln, zog es sie zunächst in den Süden, der Sehnsucht nach Wärme folgend. Ihr Kommentar dazu: „Man sollte das Handy auch richtig rumhalten!“ Am Ende standen stolze 115 Kilometer auf ihrem Tacho – eine kleine Extra-Schleife auf der Suche nach Sonne.
Doch wie heißt es so schön: Esel gut, alles gut! Schließlich fanden wir uns alle im Gemeindehaus der Katharina-Kirche in Rostrup wieder, das zur Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Zwischenahn gehört. Dort wurden wir herzlich empfangen – von der Sonne und vom Küster. Endlich ein Dach über dem Kopf, eine Küche und genügend Platz. Die voll ausgestattete Küche wurde sofort in Beschlag genommen, und später gingen wir noch einkaufen: klassisch Kartoffeln mit Spinat und Fischstäbchen fürs Abendessen. Dazu ein paar Snacks für den Radlerhunger und – traditionsgemäß – Apfelschorle.
Am Abend saßen wir gemeinsam beim Essen, das uns sofort an Kindheitstage erinnerte. Danach zerstreute sich die Gruppe: Es wurden etliche Runden Doppelkopf gespielt, Apfelschorle verkostet, die Tischtennisplatte und der Kicker belagert, während andere telefonierten oder das lang ersehnte WLAN nutzten. Schließlich trieb uns die Müdigkeit ins Bett.
Unser Fazit am nächsten Morgen fasste Theresa in einem Satz perfekt zusammen:
Was für eine Premium-Unterkunft – wir konnten sogar in kurzen Sachen schlafen.

















64 Kilomter. Wow!